Was ist ein MRT der Schulter?
Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, erzeugt mithilfe eines starken Magnetfeldes und Radiowellen detaillierte Schnittbilder des Körpers. Anders als beim Röntgen oder der Computertomographie entsteht dabei keine Röntgenstrahlung. Die besondere Stärke des MRT liegt in der Darstellung von Weichteilen. An der Schulter sind das vor allem die Sehnen der Rotatorenmanschette, die Gelenklippe (Labrum), die Gelenkkapsel, der Knorpel, die Schleimbeutel und das Knochenmark.
Wie lange dauert ein MRT der Schulter?
Die eigentliche Untersuchung dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten. Mit Anmeldung, Aufklärungsgespräch, Umziehen und Lagerung sollten Sie für den gesamten Termin in der radiologischen Praxis eher 45 bis 60 Minuten einplanen. Wird ein Kontrastmittel direkt in das Gelenk gespritzt, eine sogenannte Arthro-MRT, kommt die Zeit für die Injektion hinzu, sodass der Termin dann meist 60 bis 90 Minuten dauert.
Den schriftlichen Befund erhält die überweisende Praxis üblicherweise innerhalb weniger Tage. Die Bilder selbst bekommen Sie oft direkt auf CD oder per Download mit. Wir empfehlen, die Bilder immer mit in den Besprechungstermin zu bringen. Wir schauen sie uns selbst an und gleichen sie mit unserem Untersuchungsbefund ab, statt uns allein auf den schriftlichen Bericht zu verlassen.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Vor der Untersuchung legen Sie alle metallischen Gegenstände ab. Sie liegen auf dem Rücken, die betroffene Schulter wird in einer speziellen Spule gelagert, die den Empfang der Signale verbessert. Da die Schulter möglichst nah an der Mitte des Magnetfeldes liegen soll, werden Sie oft leicht seitlich verschoben gelagert. Während der Aufnahmen ist es laut, Sie erhalten deshalb einen Gehörschutz oder Kopfhörer. Wichtig ist, dass Sie die Schulter während der einzelnen Sequenzen möglichst ruhig halten, denn schon kleine Bewegungen machen die Bilder unscharf.
Menschen mit Platzangst sollten das vorher in der radiologischen Praxis ansprechen. Bei der Schulter liegt der Kopf zwar im Gerät, einige Praxen verfügen aber über Geräte mit größerer Öffnung, und bei Bedarf ist eine leichte Beruhigung möglich.
Wann braucht man Kontrastmittel?
Für die meisten Fragestellungen, etwa eine Sehnenverletzung der Rotatorenmanschette, genügt ein MRT ohne Kontrastmittel. Geht es dagegen um feine Verletzungen der Gelenklippe, zum Beispiel nach einer Schulterluxation oder bei einem Verdacht auf einen Labrumriss, liefert eine Arthro-MRT genauere Ergebnisse. Dabei wird das Kontrastmittel unter Bildkontrolle direkt in das Schultergelenk gespritzt, sodass sich das Gelenk leicht entfaltet und kleine Risse sichtbar werden. Mehr zu diesen Verletzungen lesen Sie in unserem Beitrag über Labrum und Rotatorenmanschette.
Was sieht man im MRT der Schulter?
Das MRT zeigt Risse und Verschleiß der Rotatorenmanschette, also der Sehnenplatte, die den Oberarmkopf in der Pfanne zentriert und den Arm hebt und dreht. Es zeigt Reizungen des Schleimbeutels unter dem Schulterdach, wie sie beim subacromialen Impingement vorkommen, Verletzungen der Gelenklippe und der Bizepssehne, Knorpelschäden bei einer Omarthrose sowie Kapselveränderungen, etwa bei einer Schultersteife (Capsulitis adhaesiva). Auch Knochenprellungen und feine Brüche, die im Röntgen nicht auffallen, werden sichtbar.
Warum sagt ein MRT-Befund nicht alles?
Eine der häufigsten Situationen in unserer Sprechstunde: Jemand kommt mit einem MRT-Befund voller Fachbegriffe, von Tendinopathie (Sehnenveränderung) über Bursitis (Schleimbeutelreizung) bis zur Partialruptur (Teilriss), und ist verständlicherweise beunruhigt. Wir erklären dann, was davon zu den Beschwerden passt und was nicht. Studien zeigen, dass sich im MRT schon bei Menschen ohne jegliche Schulterbeschwerden häufig Veränderungen der Rotatorenmanschette finden, und zwar umso öfter, je älter die Untersuchten sind. Ab dem 60. Lebensjahr ist ein Sehnenriss ohne Beschwerden keine Seltenheit.
Das bedeutet: Ein Befund ist nicht automatisch die Ursache der Schmerzen. Ein MRT-Befund allein entscheidet bei uns nicht über eine Operation. Entscheidend ist die Kombination aus Beschwerden, klinischer Untersuchung und Bildgebung.
Braucht jede schmerzende Schulter ein MRT?
Nein. Am Anfang stehen immer das Gespräch und eine gründliche körperliche Untersuchung. Mit gezielten Funktionstests lässt sich oft schon gut eingrenzen, welche Struktur betroffen ist. Ein Ultraschall kann die Sehnen der Rotatorenmanschette und den Schleimbeutel schnell und ohne Strahlung darstellen, auch in Bewegung, ein Röntgenbild zeigt knöcherne Veränderungen wie Arthrose oder Kalkablagerungen. Wann welches bildgebende Verfahren sinnvoll ist, erklären wir ausführlich im Beitrag DVT, CT oder Röntgen.
Ein MRT ist vor allem dann sinnvoll, wenn nach einem Unfall der Verdacht auf einen Sehnenriss besteht, wenn nach einer Luxation die Gelenklippe beurteilt werden muss, wenn Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über mehrere Wochen bestehen bleiben oder wenn eine Operation geplant wird. Bei jüngeren, sportlich aktiven Patienten mit einem Sturz auf die Schulter veranlassen wir das MRT eher früh, weil eine frische Sehnenverletzung dann gezielt versorgt werden kann.
Wann ist ein MRT nicht möglich?
Bestimmte Implantate können eine MRT-Untersuchung ausschließen oder erfordern besondere Vorkehrungen, zum Beispiel ältere Herzschrittmacher, Cochlea-Implantate oder Metallsplitter im Körper. Heutige Gelenkprothesen sowie Platten und Schrauben nach Knochenbrüchen (Osteosynthesematerial) sind meist kein Hindernis, können aber die Bildqualität in der Umgebung einschränken. Geben Sie solche Implantate bei der Anmeldung immer an. Bei einer Schwangerschaft wird die Indikation besonders sorgfältig geprüft.
Was kostet ein MRT der Schulter und wie lange wartet man?
Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ein MRT der Schulter. Die Wartezeit auf einen Termin kann je nach Region und Dringlichkeit einige Wochen betragen. Bei einer dringenden Fragestellung, etwa einem frischen Sehnenriss, kennzeichnen wir die Überweisung entsprechend. Privatversicherte und Selbstzahler erhalten oft kurzfristiger einen Termin.
FAQ: Häufige Fragen zum MRT der Schulter
Wie lange dauert ein MRT der Schulter?
Die Aufnahmen selbst dauern etwa 20 bis 30 Minuten. Mit Vorbereitung sollten Sie 45 bis 60 Minuten einplanen, bei einer Arthro-MRT mit Kontrastmittel im Gelenk meist 60 bis 90 Minuten.
Liegt man beim MRT der Schulter mit dem Kopf in der Röhre?
In der Regel ja, weil die Schulter in der Mitte des Magnetfeldes liegen muss. Wenn Sie unter Platzangst leiden, sprechen Sie das vorher an. Manche Praxen haben Geräte mit größerer Öffnung.
Tut ein MRT der Schulter weh?
Die Untersuchung selbst ist schmerzfrei. Unangenehm kann sein, die schmerzende Schulter längere Zeit ruhig zu halten. Bei einer Arthro-MRT spüren Sie einen kurzen Einstich und ein Druckgefühl im Gelenk.
Was ist besser für die Schulter, MRT oder Ultraschall?
Beide Verfahren ergänzen sich. Der Ultraschall ist schnell verfügbar und zeigt Sehnen und Schleimbeutel auch in Bewegung. Das MRT stellt das gesamte Gelenk inklusive Gelenklippe, Knorpel und Knochenmark dar und ist vor Operationen meist unverzichtbar.
Wer bespricht den MRT-Befund mit mir?
Der Radiologe erstellt den schriftlichen Befund. Die Bewertung im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden und die Therapieplanung übernimmt die behandelnde Orthopädin oder der behandelnde Orthopäde.
Muss ich für ein MRT der Schulter nüchtern sein?
Nein. Für ein MRT ohne Kontrastmittel ist keine besondere Vorbereitung nötig. Bei einer Arthro-MRT sollten Sie die Hinweise der radiologischen Praxis beachten und blutverdünnende Medikamente vorher angeben.
Wann bekomme ich das Ergebnis des MRT?
Die Bilder erhalten Sie oft direkt nach der Untersuchung. Der schriftliche Befund geht meist innerhalb weniger Tage an die überweisende Praxis. Die Besprechung und die Therapieplanung erfolgen dann in der orthopädischen Sprechstunde.
Übernimmt die Krankenkasse das MRT der Schulter?
Ja, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Das gilt für gesetzliche und private Krankenversicherungen. Für gesetzlich Versicherte ist eine Überweisung erforderlich.
In unserer orthopädischen Praxis im Kölner Agnesviertel untersuchen wir Schulterbeschwerden gründlich, veranlassen Bildgebung gezielt und besprechen MRT-Befunde verständlich und im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden. Wenn Sie bereits Bilder haben, bringen Sie diese gerne mit.
Weiterführende Informationen: Rotatorenmanschettenläsion