Schulter-OP bei Rotatorenmanschettenriss: Wann ein Eingriff sinnvoll ist

Schulterschmerzen mit Kraftverlust führen oft zur Frage, ob operiert werden muss. Die meisten Schulterbeschwerden lassen sich ohne Eingriff behandeln. Es gibt aber Situationen, in denen eine Schulter-OP die bessere Antwort ist, vor allem bei bestimmten Rissen der Rotatorenmanschette. In diesem Beitrag erklären wir, wann ein Eingriff sinnvoll ist, wann die konservative Behandlung Vorrang hat und wie die Nachbehandlung aussieht.

Was die Rotatorenmanschette leistet

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Sehnen, die den Oberarmkopf führen und die Schulter bewegen und stabilisieren. Ein Riss, fachlich eine Rotatorenmanschettenläsion, entsteht entweder akut durch einen Sturz oder schleichend durch Verschleiß. Typisch sind Schmerzen beim Heben des Arms, nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der Schulter und ein Kraftverlust, der sich von einem reinen Impingement unterscheidet.

Wann eine Schulter-OP sinnvoll ist

Für einen Eingriff sprechen vor allem ein frischer, traumatischer Sehnenriss bei zuvor gesunder Schulter, ein deutlicher Kraftverlust und anhaltende Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung. Je früher ein frischer, größerer Riss versorgt wird, desto besser lässt sich die Sehne meist wieder am Knochen befestigen. Bei degenerativen, über lange Zeit entstandenen Teilrissen ohne wesentlichen Kraftverlust steht dagegen die konservative Behandlung im Vordergrund.

Wie der Eingriff abläuft

Die Operation erfolgt in aller Regel minimalinvasiv im Rahmen einer Schulterarthroskopie. Die gerissene Sehne wird mit kleinen Fadenankern wieder am Oberarmkopf befestigt. Begleitend wird bei Bedarf der Raum unter dem Schulterdach erweitert, wenn eine Enge die Sehne reizt. Der Eingriff kann je nach Situation ambulant oder mit kurzer stationärer Überwachung erfolgen.

Konservativ behandeln, wo es möglich ist

Viele Schulterprobleme, darunter das Impingement und die Kalkschulter, lassen sich ohne Operation behandeln. Im Mittelpunkt stehen eine gezielte Physiotherapie, die die Muskulatur kräftigt und den Oberarmkopf zentriert, sowie entzündungshemmende Maßnahmen. Auch eine Omarthrose oder eine beginnende Schultersteife werden zunächst konservativ angegangen. Eine Operation ziehen wir erst in Betracht, wenn dieser Weg über einen längeren Zeitraum nicht zum Erfolg führt oder ein struktureller Schaden eindeutig ist.

Die Nachbehandlung

Nach einer Sehnennaht braucht die Schulter Zeit. In den ersten Wochen wird sie meist in einer Schiene geschützt, damit die Sehne am Knochen einheilen kann. Danach wird die Beweglichkeit behutsam und nach einem festen Plan gesteigert, bevor gezieltes Krafttraining folgt. Geduld ist hier wichtig, denn eine zu frühe Belastung gefährdet das Ergebnis. Die vollständige Erholung kann mehrere Monate dauern.

Häufige Fragen zur Schulter-OP

Muss ein Riss der Rotatorenmanschette operiert werden?

Nicht immer. Ein frischer, traumatischer Riss mit Kraftverlust sollte zeitnah operiert werden. Degenerative Teilrisse ohne wesentlichen Kraftverlust lassen sich dagegen häufig erfolgreich mit Physiotherapie und entzündungshemmenden Maßnahmen behandeln.

Wird eine Schulter-OP ambulant durchgeführt?

Viele arthroskopische Schultereingriffe sind ambulant oder mit kurzer Überwachung möglich. Ob das in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt vom Umfang des Eingriffs und der häuslichen Nachsorge ab und wird vorher besprochen.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Schulter-OP?

Nach einer Sehnennaht ist die Schulter einige Wochen durch eine Schiene geschützt, die volle Belastbarkeit kehrt über mehrere Monate zurück. Der genaue Verlauf hängt von der Rissgröße und der konsequenten Nachbehandlung ab.

Schmerzt Ihre Schulter dauerhaft oder haben Sie nach einem Sturz an Kraft verloren? In unserer Praxis Dr. Fluck und Kollegen in Köln klären wir, ob eine Operation nötig ist oder ob Ihre Schulter konservativ wieder stark wird.

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