Was ein Knorpelschaden im Knie bedeutet
Der Gelenkknorpel überzieht die Knochenenden im Knie und sorgt für ein nahezu reibungsloses Gleiten. Wird er geschädigt, geschieht das entweder akut durch eine Verletzung, etwa beim Verdrehen, oder schleichend durch Überlastung und Verschleiß. Mediziner teilen Knorpelschäden in Grade ein, von einer oberflächlichen Aufrauung bis zum vollständigen Verlust mit freiliegendem Knochen. Ein fortgeschrittener, flächiger Knorpelverlust ist das, was wir als Arthrose bezeichnen.
Wie wir einen Knorpelschaden feststellen
Am Anfang stehen das Gespräch und die körperliche Untersuchung. Wir prüfen Beweglichkeit, Schwellung, Stabilität und die genaue Schmerzlokalisation. Ein MRT kann den Knorpel direkt darstellen und das Ausmaß beurteilen. Belastete Röntgenaufnahmen oder eine 3d DVT Untersuchung helfen ebenfalls zur Beurteilung des Grades der Abnutzung. Wichtig ist uns dabei, den Bildbefund mit Ihren tatsächlichen Beschwerden abzugleichen, denn Knorpelveränderungen finden sich auch bei beschwerdefreien Menschen. Häufig ist ein Knorpelschaden mit einer Kniearthrose oder einer früheren Meniskusverletzung verbunden.
Behandlung ohne Operation
Der erste und meist erfolgreiche Weg ist konservativ. Eine kräftige, gut koordinierte Oberschenkelmuskulatur entlastet das Gelenk spürbar, deshalb steht gezieltes Training im Mittelpunkt. Dazu kommen Belastungsanpassung, gelenkschonende Bewegung wie Radfahren oder Schwimmen und bei Bedarf eine entzündungshemmende Therapie. Gelenkunterstützende Injektionen mit Hyaluronsäure oder im Rahmen der Eigenbluttherapie (ACP/PRP) können Beschwerden lindern und die Gelenkfunktion unterstützen. Diese Verfahren sind teils Selbstzahlerleistungen, deren Nutzen und Kosten wir vorab offen besprechen.
Wann Knorpelaufbau sinnvoll ist
Bei einem umschriebenen, also örtlich begrenzten Knorpelschaden bei jüngeren, aktiven Menschen kommen knorpelaufbauende Operationen infrage. Ziel ist, einen einzelnen Defekt zu decken, bevor er sich vergrößert. Entscheidend sind dabei Alter, Größe und Lage des Schadens sowie die Beinachse, denn eine Fehlstellung würde den neuen Knorpel sofort wieder überlasten. Bei großflächigem, verschleißbedingtem Knorpelverlust ist ein Knorpelaufbau dagegen nicht sinnvoll, hier stehen die konservativen Maßnahmen im Vordergrund. Welcher Weg zu Ihrer Situation passt, klären wir individuell.
Häufige Fragen zum Knorpelschaden im Knie
Kann sich Knorpel im Knie wieder aufbauen?
Von selbst bildet sich abgenutzter Gelenkknorpel nicht zurück. Bei einem umschriebenen Defekt lässt sich mit speziellen Verfahren jedoch gezielt Ersatzgewebe aufbauen. Bei großflächigem Verschleiß geht es eher darum, das Fortschreiten zu verlangsamen und Beschwerden zu lindern.
Welcher Sport ist bei einem Knorpelschaden geeignet?
Gelenkschonende Bewegung mit gleichmäßiger Belastung ist ideal, etwa Radfahren, Schwimmen oder Crosstrainer. Sportarten mit harten Stößen, abrupten Stopps und tiefen Kniebeugen sollten Sie reduzieren. Wichtig ist, in Bewegung zu bleiben, denn Bewegung ernährt den Knorpel.
Hilft Hyaluronsäure bei Knorpelschaden im Knie?
Eine Hyaluronsäure-Injektion kann die Gelenkflüssigkeit unterstützen und Beschwerden für eine Zeit lindern. Sie baut keinen Knorpel auf, kann aber Teil eines Gesamtkonzepts aus Training und Belastungsanpassung sein. Ob sie in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen wir individuell.
Ein Knorpelschaden im Knie ist kein Grund, die Bewegung aufzugeben. In unserer Praxis Dr. Fluck und Kollegen in Köln finden wir heraus, wie weit der Schaden reicht und welche Behandlung Ihr Gelenk wirklich entlastet.