Was ist ein Tennisellenbogen?
Ein Tennisellenbogen ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze der Unterarmstreckmuskulatur am äußeren Ellenbogen. Die Strecksehnen setzen am sogenannten lateralen Epicondylus des Oberarms an. Durch wiederholte Belastung entstehen Mikroverletzungen im Sehnengewebe.
Heute weiß man, dass es sich in den meisten Fällen nicht um eine akute Entzündung handelt, sondern um eine degenerative Tendinopathie. Das Gewebe zeigt Verschleiß- und Umbauprozesse infolge chronischer Überlastung.
Ursachen eines Tennisellenbogens
Die Epicondylitis lateralis entsteht meist durch wiederholte, einseitige Bewegungen. Typische Auslöser sind sportliche Aktivitäten wie Tennis, insbesondere bei ungewohnter Belastung oder fehlerhafter Technik. Ebenso häufig sind berufliche Ursachen, etwa langes Arbeiten mit Maus und Tastatur, handwerkliche Tätigkeiten oder monotone Greifbewegungen.
Auch eine plötzliche Steigerung der Trainingsintensität oder ungewohnte körperliche Belastung kann zur Entwicklung eines Tennisellenbogens führen. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend über Wochen hinweg.
Tennisellenbogen Symptome – typische Beschwerden
Die Symptome beginnen häufig mit Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Diese können in den Unterarm ausstrahlen und verstärken sich bei Belastung.
Typisch sind Schmerzen beim Greifen, Heben oder Drehen des Unterarms. Auch alltägliche Bewegungen wie das Halten einer Tasse oder das Öffnen einer Flasche können Beschwerden verursachen. In ausgeprägten Fällen berichten Betroffene über einen spürbaren Kraftverlust.
Ein Druckschmerz über dem äußeren Knochenvorsprung des Ellenbogens ist ein charakteristisches klinisches Zeichen.
Unterschied zwischen Tennisellenbogen und Golferellenbogen
Nicht jeder Ellenbogenschmerz an der Außenseite ist automatisch eine Epicondylitis lateralis. Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens sprechen eher für eine Epicondylitis medialis, auch Golferellenbogen genannt.
Darüber hinaus können Nervenreizungen, Gelenkveränderungen oder Instabilitäten ähnliche Beschwerden verursachen. Eine differenzierte klinische Untersuchung ist daher entscheidend.
Diagnostik bei Epicondylitis lateralis
Die Diagnose eines Tennisellenbogens erfolgt primär klinisch. Typisch sind Schmerzen bei Widerstandstests der Hand- und Fingerstreckung sowie bei aktiver Streckung gegen Widerstand.
Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT werden in der Regel nur eingesetzt, wenn die Beschwerden ungewöhnlich lange anhalten oder andere strukturelle Ursachen ausgeschlossen werden sollen.
Entscheidend ist die klinische Symptomatik und nicht allein ein bildgebender Befund.
Therapie des Tennisellenbogens
Die Behandlung richtet sich nach Dauer und Ausprägung der Beschwerden. Im Vordergrund stehen zunächst konservative Maßnahmen. Dazu gehören die Reduktion belastender Aktivitäten, gezielte physiotherapeutische Übungen zur exzentrischen Kräftigung der Unterarmmuskulatur sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Bewegungskoordination.
Ergänzend können entzündungshemmende Medikamente, Bandagen, fokussierte Stoßwellen oder physikalische Maßnahmen eingesetzt werden. Ziel ist es, die Belastung der Sehnenansätze zu reduzieren und die Regeneration zu fördern.
Nur in seltenen Fällen und bei chronischen Verläufen kommen weiterführende therapeutische Maßnahmen oder operative Verfahren in Betracht. Mehr zum Thema Tennisellenbogen finden Sie hier.
Verlauf und Prognose
Ein Tennisellenbogen heilt in den meisten Fällen konservativ aus, benötigt jedoch Geduld. Die Beschwerden können mehrere Wochen bis Monate anhalten. Eine konsequente Anpassung der Belastung und eine strukturierte Therapie verbessern die Prognose deutlich.
Wird die Überlastungsursache nicht erkannt oder nicht angepasst, besteht das Risiko einer Chronifizierung.
Wann sollte eine orthopädische Abklärung erfolgen?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn die Schmerzen länger als einige Wochen bestehen, sich die Beschwerden verschlechtern oder ein deutlicher Kraftverlust auftritt. Auch bei Unsicherheit hinsichtlich der Ursache sollte eine orthopädische Abklärung erfolgen.
Eine frühzeitige Diagnostik hilft, Fehlbelastungen zu erkennen und einen chronischen Verlauf zu vermeiden.
Fazit
Der Tennisellenbogen, auch Epicondylitis lateralis genannt, ist eine häufige Überlastungserkrankung der Sehnen am äußeren Ellenbogen. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen und eine reduzierte Kraft beim Greifen.
Eine präzise klinische Untersuchung ist entscheidend, um die Diagnose zu sichern und eine individuell angepasste Therapie einzuleiten. In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung erfolgreich. Vereinbaren Sie jetzt online Ihren Termin zur Abklärung.