Was ist ein Tennisellenbogen?
Die Epicondylitis lateralis – im Alltag als Tennisellenbogen oder Tennisarm bekannt – ist eine Überlastungserkrankung der Sehnenansätze am äußeren Ellenbogenhöcker (Epicondylus lateralis humeri). Dort setzen die Streckmuskeln des Unterarms an, die für die Aufwärtsbewegung von Hand und Fingern zuständig sind. Werden diese Muskeln über längere Zeit immer wieder auf dieselbe Weise beansprucht, entsteht am Sehnenansatz eine mikrotraumatische Schädigung: Das Gewebe degeneriert, entzündet sich und verliert seine normale Belastbarkeit.
Der Begriff Entzündung ist dabei ein wenig irreführend: Bei chronischen Verläufen handelt es sich weniger um eine klassische Entzündungsreaktion als um eine degenerative Sehnenveränderung – eine sogenannte Tendinopathie. Das erklärt, warum klassische Entzündungshemmer allein den Tennisellenbogen oft nicht dauerhaft beheben.
Tennisellenbogen Symptome – so erkennst du den Tennisarm
Der charakteristische Außenschmerz
Das Leitsymptom ist ein gut lokalisierbarer Druckschmerz direkt über dem äußeren Ellenbogenhöcker, der bei Bewegungen gegen Widerstand – also beim Greifen, Heben oder Drehen des Unterarms – deutlich zunimmt. Typisch ist außerdem, dass der Schmerz beim Heben eines Gegenstands mit gestrecktem Ellenbogen stärker ist als beim Heben mit angewinkeltem Arm. Ein klassischer Test ist das Anheben eines Stuhls mit nach unten zeigender Handfläche: Bei einem Tennisellenbogen ist diese Bewegung schmerzhaft und kaum möglich. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Wann beginnen die Schmerzen und wie entwickeln sie sich?
In den meisten Fällen beginnt der Tennisarm schleichend. Zunächst ist der Schmerz nur nach ungewohnten Belastungen spürbar und klingt nach kurzer Ruhe wieder ab. Mit der Zeit tritt er auch bei alltäglichen Tätigkeiten auf – beim Öffnen von Flaschen, beim Tragen von Einkaufstüten oder beim einfachen Aufstützen des Arms. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Schmerz in den Unterarm ausstrahlen und selbst in der Nacht störend werden.
Tennisarm Ursachen – warum entsteht eine Epicondylitis lateralis?
Die häufigste Ursache ist repetitive Belastung: gleichförmige, immer wiederkehrende Bewegungen, die die Strecksehnen am Ellenbogen permanent unter Spannung halten. Handwerkliche Tätigkeiten wie Schrauben, Streichen oder Hämmern gehören ebenso dazu wie intensives Tippen, Mausklicken oder Musikinstrumentspielen. Im Sport ist es tatsächlich die Rückhandtechnik im Tennis, die – bei falscher Ausführung oder ungeeignetem Schläger – die typische Überlastung erzeugt.
Begünstigende Faktoren sind ein plötzlicher Anstieg der Belastungsintensität, eine verkürzte oder geschwächte Unterarmmuskulatur, eine schlechte Ergonomie am Arbeitsplatz sowie Alter: Zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr ist das Risiko am höchsten, da das Sehnengewebe in dieser Phase seine maximale Regenerationsfähigkeit schrittweise verliert.
Tennisellenbogen behandeln – was wirklich hilft
Konservative Maßnahmen in der Akutphase
Der erste Schritt ist immer die Reduktion der auslösenden Belastung. Das bedeutet nicht zwingend vollständige Sportpause oder Arbeitsunfähigkeit, sondern eine gezielte Anpassung: Tätigkeiten, die den Schmerz direkt provozieren, werden vorübergehend gemieden oder in ihrer Intensität reduziert. Kühlende Umschläge in den ersten Tagen lindern den Schmerz. Eine Epicondylitis-Bandage oder Unterarmmanschette kann die mechanische Spannung am Sehnenansatz reduzieren und ist besonders für die Übergangsphase beim Wiedereinstieg in die Belastung sinnvoll.
Physiotherapie und gezieltes Sehnentraining
Langfristig ist Physiotherapie die wirksamste Einzelmaßnahme. Der Fokus liegt auf dem exzentrischen Krafttraining der Unterarmstrecker: Die Muskeln werden dabei unter kontrollierter Verlängerung belastet, was nachweislich die Sehnenstruktur regeneriert und die Belastbarkeit wiederherstellt. Querfriktionen am Sehnenansatz, manuelle Therapie der Ellenbogen- und Handgelenksgelenke sowie eine ergonomische Beratung runden die physiotherapeutische Behandlung ab.
Stoßwellentherapie bei hartnäckigem Tennisellenbogen
Wenn der Tennisellenbogen trotz konsequenter konservativer Behandlung über mehrere Monate bestehen bleibt, ist die extrakorporale Stoßwellentherapie eine gut belegte Option. Die Druckwellen regen die Durchblutung und Gewebereparatur im degenerierten Sehnenbereich an. Drei bis fünf Sitzungen im wöchentlichen Abstand reichen in den meisten Fällen aus, um einen deutlichen Rückgang der Beschwerden zu erzielen.
Eigenbluttherapie bei Epicondylitis lateralis
Eine weitere Option bei therapieresistenten Verläufen ist die Eigenbluttherapie – auch PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma) genannt. Dabei wird dem Patienten eine kleine Menge Blut entnommen, aufbereitet und konzentriert mit Wachstumsfaktoren direkt in den geschädigten Sehnenbereich injiziert. Die Wachstumsfaktoren stimulieren die Zellregeneration und fördern den Gewebeumbau. Die Evidenzlage ist vielversprechend, besonders bei chronischen Tendinopathien, die auf andere Maßnahmen nicht mehr ausreichend ansprechen.
Wann ist eine Operation notwendig?
Nur in seltenen Fällen – wenn alle konservativen Methoden über mehr als sechs bis zwölf Monate ausgeschöpft wurden und keine ausreichende Besserung eingetreten ist – kommt eine Operation in Betracht. Dabei wird das degenerativ veränderte Sehnengewebe am Epicondylus entfernt und der gesunde Sehnenanteil neu befestigt. Die Ergebnisse sind bei korrekter Indikation gut, die Nachbehandlung dauert aber mehrere Monate.
Wie lange dauert ein Tennisellenbogen?
Das ist die Frage, die Betroffene am meisten beschäftigt – und die Antwort ist leider selten die, die man hören möchte: Ein Tennisellenbogen kann, wenn er konsequent behandelt wird, in sechs bis zwölf Wochen deutlich besser werden. Unbehandelt oder bei zu früher Rückkehr zur vollen Belastung kann er sich über Monate bis Jahre hinziehen. Der häufigste Fehler ist, die Beschwerden zu ignorieren und in der Hoffnung weiterzumachen, dass sie von selbst verschwinden – das tun sie in der Akutphase zwar manchmal, kehren dann aber bei der nächsten Belastungsspitze umso hartnäckiger zurück.
Tennisellenbogen vorbeugen – so schützt du deinen Ellenbogen
Regelmäßiges Kräftigen der Unterarm- und Schultermuskulatur ist die wirksamste Prävention. Wer am Schreibtisch arbeitet, sollte auf eine ergonomische Mausposition achten und regelmäßige Pausen einbauen. Sportler sollten ihre Technik überprüfen lassen – besonders im Tennis, wo eine falsche Rückhandtechnik oder ein zu schwerer Schläger die häufigsten vermeidbaren Auslöser sind. Ein gezieltes Aufwärm- und Dehnprogramm für den Unterarm vor intensiver Belastung kostet wenig Zeit und spart im Zweifel Wochen der Zwangspause.
Der Tennisellenbogen ist schmerzhaft, hartnäckig und wird häufig zu lange ignoriert – aber er ist gut behandelbar, wenn man frühzeitig die richtigen Maßnahmen einleitet. Physiotherapie mit exzentrischem Sehnentraining, ergonomische Anpassungen und bei Bedarf Stoßwellentherapie oder Eigenbluttherapie bilden ein wirksames Behandlungskonzept, das in den meisten Fällen eine Operation überflüssig macht.
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