Omarthrose, subacromiales Impingement und Kapselentzündung der Schulter: Wenn der Arm nicht mehr hoch will

Die Schulter ist das Gelenk mit dem größten Bewegungsumfang im menschlichen Körper – und genau diese Mobilität macht sie anfällig. Ob Omarthrose, subacromiales Impingement oder eine Capsulitis adhaesiva: Schulterprobleme entwickeln sich oft schleichend, werden zu lange ignoriert und sind dann schwieriger zu behandeln als nötig. Dieser Beitrag erklärt die häufigsten Schulterdiagnosen, ihre Symptome und was die Behandlung von einer einfachen Entzündung bis zur Rotatorenmanschettenläsion unterscheidet.

Was ist eine Omarthrose?

Omarthrose – Schulterarthrose verstehen

Omarthrose bezeichnet den Verschleiß des Schultergelenks – also den Abbau des Knorpels am Hüftkopf des Oberarmknochens und an der Gelenkpfanne des Schulterblatts. Sie ist seltener als Knie- oder Hüftarthrose, kann aber die Lebensqualität erheblich einschränken, weil die Schulter für nahezu jede Alltagsbewegung – Anziehen, Greifen, Schlafen – benötigt wird.

Omarthrose entsteht durch altersbedingte Degeneration, nach früheren Schultertraumata oder -operationen, durch chronische Entzündungserkrankungen wie Rheuma oder als Folge einer langjährigen Rotatorenmanschetteninsuffizienz. Die sogenannte Rotatorenmanschettenarthropathie ist eine besondere Form der Omarthrose Schulter, bei der ein langfristiger Riss der Rotatorenmanschette zu einer veränderten Druckverteilung im Gelenk führt und den Knorpelverschleiß beschleunigt.

Was ist eine Omarthrose – Symptome im Überblick

Schmerzen bei Bewegungen über die Horizontale, ein Knirschen oder Reiben im Schultergelenk, eine zunehmende Einschränkung der Außenrotation und des Hebens des Arms sowie Schmerzen in Ruhe und nachts im fortgeschrittenen Stadium – das ist das typische Beschwerdebild der Omarthrose. Im Unterschied zum Impingement, das vor allem eine bestimmte Schmerzzone beim Heben auslöst, ist der Schmerz bei der Omarthrose diffuser und betrifft das gesamte Bewegungsausmaß.

Subacromiales Impingement – wenn Sehnen eingeklemmt werden

Was ist das subacromiale Impingement?

Beim subacromialen Impingement werden Sehnen der Rotatorenmanschette und der dazwischenliegende Schleimbeutel im engen Raum unter dem Schulterdach (Acromion) eingeklemmt. Dieser Raum – der sogenannte subacromiale Raum – ist anatomisch begrenzt und kann durch verschiedene Faktoren weiter verengt werden: ein hakenförmiges Acromion, Knochenzubauten, eine verdickte Rotatorenmanschette oder eine entzündete Bursa.

Das Ergebnis ist ein charakteristischer Schmerzbogen beim Heben des Arms: Zwischen etwa 60 und 120 Grad Abduktion – also beim Heben zur Seite – werden die Sehnen eingeklemmt und verursachen Schmerz. Darunter und darüber ist die Bewegung wieder schmerzärmer. Dieses Phänomen ist für erfahrene Untersucher diagnostisch eindeutig und von anderen Schulterproblematiken gut abgrenzbar.

Läsionen der Rotatorenmanschette als Folge des Impingements

Ein chronisches subacromiales Impingement, das über Jahre unbehandelt bleibt, führt häufig zu strukturellen Schäden an der Rotatorenmanschette. Durch die wiederholte Einklemmung und Reibung degeneriert das Sehnengewebe, es entstehen Einrisse, und schließlich kann es zu einem vollständigen Riss kommen. Rotatorenmanschettenläsionen und subacromiales Impingement sind deshalb eng miteinander verbunden – weshalb eine frühzeitige Behandlung des Impingements auch der Prävention von Rotatorenmanschettenläsionen dient.

Capsulitis adhaesiva – die eingefrorene Schulter

Was ist eine Capsulitis adhaesiva?

Die Capsulitis adhaesiva – im Volksmund als „Frozen Shoulder" oder eingefrorene Schulter bekannt – ist eine Entzündung und Vernarbung der Gelenkkapsel der Schulter, die zu einer progressiven und schmerzhaften Einschränkung aller Bewegungsrichtungen führt. Im Unterschied zum Impingement, bei dem nur eine bestimmte Zone des Bewegungsbogens schmerzhaft ist, ist bei der Capsulitis adhaesiva die gesamte Beweglichkeit reduziert – Heben, Drehen und Abspreizen des Arms sind gleichermaßen eingeschränkt.

Die Erkrankung verläuft typischerweise in drei Phasen: eine schmerzhafte Einsteifungsphase über mehrere Monate, eine eingefrorene Phase mit maximaler Steifigkeit und dann eine langsame Auftauphase, in der die Beweglichkeit schrittweise zurückkommt. Der gesamte Verlauf kann ein bis drei Jahre dauern.

Schultergelenkkapsel Entzündung – Ursachen und Risikofaktoren

Eine Kapselentzündung der Schulter kann nach Verletzungen, Operationen oder längerer Ruhigstellung auftreten, entsteht aber häufig auch ohne erkennbaren Auslöser. Menschen mit Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder nach einem Herzinfarkt haben ein erhöhtes Risiko. Die Kapsulitis Schulter wird leider oft zu spät diagnostiziert – weil die Beschwerden zunächst für ein normales Schulterimpingement oder eine Rotatorenmanschettenproblematik gehalten werden.

Behandlung der Capsulitis – Geduld und gezielte Therapie

Physiotherapie mit sanfter Mobilisation und Dehnübungen ist die wichtigste Maßnahme, um die Kapsel schrittweise aufzuweichen und die Beweglichkeit zurückzugewinnen. Entzündungshemmende Injektionen in die Gelenkkapsel können in der schmerzhaften Phase die Intensität der Entzündung reduzieren und die Physiotherapie erträglicher machen. In hartnäckigen Fällen kann eine Hydrodilation – eine Aufweitung der Kapsel durch gezielte Injektion – oder eine arthroskopische Kapselspaltung die Heilung beschleunigen.

Eigenbluttherapie bei Schultererkrankungen

Die Eigenbluttherapie – PRP – findet bei Schultererkrankungen zunehmend Anwendung, besonders bei chronischen Rotatorenmanschettenläsionen, der Bizepstendinitis und dem subacromialen Impingement. Die Anwendungsgebiete der Eigenbluttherapie haben sich in den letzten Jahren deutlich erweitert: Überall dort, wo degenerativ verändertes Sehnen- oder Gelenkgewebe von einer gezielten Regenerationsstimulation profitiert, ist PRP eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Therapie.

Omarthrose, subacromiales Impingement und Capsulitis adhaesiva sind drei sehr unterschiedliche Schulterprobleme mit teilweise ähnlichen Symptomen, aber grundlegend verschiedenen Behandlungsansätzen. Eine genaue Diagnose ist deshalb keine Formalie, sondern die Voraussetzung für jede wirksame Therapie. Wer Schulterschmerzen über Wochen hinaus einfach aushält, gibt dem Problem Zeit, sich zu chronifizieren. Mehr Informationen zur Eigenbluttherapie finden Sie hier.

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