Eigenbluttherapie beim Knie – wie die PRP-Behandlung bei Arthrose wirklich hilft

Schmerzen im Knie, Knirschen beim Treppensteigen, Steifigkeit nach dem Aufstehen – für viele Kölnerinnen und Kölner ab Mitte 40 ist das Alltag. Eine Spritze ins Knie mit dem eigenen Blut klingt unkonventionell. Die Eigenbluttherapie (PRP/ACP) ist aber eine der am besten untersuchten biologischen Behandlungen der modernen Orthopädie. Dieser Beitrag erklärt, wann sie sinnvoll ist, wie sie abläuft und was sie realistisch leisten kann.

Was ist die Eigenbluttherapie eigentlich?

Bei der Eigenbluttherapie – fachlich PRP (Platelet Rich Plasma) oder ACP (Autologes Conditioniertes Plasma) – wird Ihnen eine kleine Menge Blut aus der Armvene entnommen, in einer Zentrifuge aufbereitet und innerhalb weniger Minuten das plättchenreiche Plasma gewonnen. Dieses Konzentrat enthält körpereigene Wachstumsfaktoren und wird direkt in das betroffene Kniegelenk injiziert.

Das Ziel: Die körpereigenen Reparaturprozesse werden gezielt am Ort des Geschehens angestoßen. Anders als eine Kortisonspritze dämpft die Behandlung nicht nur die Entzündung, sondern unterstützt die Regeneration von Knorpel- und Bindegewebe.

Wann ist die Eigenbluttherapie am Knie sinnvoll?

Nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie eignet sich die Eigenbluttherapie vor allem für:

•      Leichte bis mittelschwere Gonarthrose (Knie-Arthrose der Grade II und III nach Kellgren-Lawrence)

•      Knorpelschäden ohne größere Rissbildung

•      Überlastungsschäden bei Sportlern (Patellaspitzensyndrom, Läuferknie)

•      Nach arthroskopischen Eingriffen, um die Heilung zu unterstützen

•      Meniskusreizungen vor einer OP-Entscheidung

Weniger erfolgversprechend ist die Behandlung bei bereits sehr fortgeschrittener Arthrose (Grad IV mit großflächig freiliegendem Knochen) – hier ist meist nur noch der künstliche Gelenkersatz eine nachhaltige Option.

Wie läuft die Behandlung in unserer Praxis in Köln ab?

Ein Termin dauert bei uns im Agnesviertel insgesamt etwa 30 Minuten. Der Ablauf:

•      1. Blutentnahme: ca. 15–20 ml Blut aus der Armvene, wie bei einem normalen Labortermin.

•      2. Aufbereitung: Zentrifugation in einem geschlossenen System – keine Berührung mit Luft oder fremdem Material.

•      3. Injektion: Das plättchenreiche Plasma wird unter sterilen Bedingungen ins Kniegelenk gespritzt. Auf Wunsch mit lokaler Betäubung.

•      4. Nachsorge: Sie können die Praxis direkt wieder verlassen. Starkes Training und Sauna am selben Tag besser vermeiden.

Üblich sind 3 Sitzungen im Abstand von 1–2 Wochen. Die volle Wirkung entfaltet sich in der Regel 6–12 Wochen nach der letzten Injektion.

Was kostet die Eigenbluttherapie am Knie?

Die Kosten liegen in Köln üblicherweise zwischen 150 und 250 Euro pro Sitzung, für die komplette Serie von drei Behandlungen also ca. 450–750 Euro. Private Krankenversicherungen übernehmen die Therapie in der Regel, gesetzliche Krankenkassen nicht – die Behandlung gilt dort als IGeL-Leistung. Die genaue Abrechnung nach GOÄ erhalten Sie bei uns transparent vorab.

Was sagt die Studienlage?

Die wissenschaftliche Evidenz hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Mehrere randomisierte Studien (u. a. im American Journal of Sports Medicine) zeigen: Bei Gonarthrose der Grade II und III ist PRP Hyaluronsäure-Injektionen überlegen, insbesondere in Bezug auf Schmerzlinderung und Gehstrecke über 12 Monate. Die Behandlung verzögert in vielen Fällen den Zeitpunkt, an dem eine Knieprothese notwendig wird – ein Gewinn an Lebensqualität, der sich auch ökonomisch rechnet.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird, sind allergische Reaktionen praktisch ausgeschlossen. Typisch sind:

•      Ein leichtes Spannungsgefühl oder mäßige Schmerzen in den ersten 24–48 Stunden

•      Selten: kurzzeitige Rötung der Einstichstelle

•      Sehr selten: Infektion (<1:10.000 unter sterilen Bedingungen)

Nicht durchgeführt werden sollte die Therapie bei aktiven Infekten, bestimmten Blutgerinnungserkrankungen oder während einer laufenden Chemotherapie.

Fazit – für wen lohnt sich die Eigenbluttherapie?

Die Eigenbluttherapie ist kein Wundermittel, aber eines der sinnvollsten nicht-operativen Verfahren bei moderater Knie-Arthrose. Wer eine bewegungsaktive Lebensführung erhalten möchte, bevor eine Operation ansteht, findet in PRP/ACP eine gut dokumentierte, risikoarme Option. Entscheidend ist die ehrliche Einordnung Ihres Befundes – weshalb eine individuelle Untersuchung vor der Entscheidung nie ausbleiben sollte. Alle Informationen finden Sie auch nochmal gebündelt auf unserer Extraseite.

FAQ – Häufige Fragen zur Eigenbluttherapie am Knie

Wie viele Sitzungen Eigenbluttherapie braucht man am Knie?

In der Regel 3 Sitzungen im Abstand von 7–14 Tagen. Bei leichterer Arthrose können auch 2 Sitzungen reichen. Eine Auffrischungsbehandlung nach 9–12 Monaten ist möglich, aber nicht immer nötig.

Wie schnell wirkt die Eigenbluttherapie?

Einige Patientinnen und Patienten berichten bereits nach 2–3 Wochen von einer Besserung. Die maximale Wirkung entfaltet sich nach etwa 6–12 Wochen und hält je nach Befund 6–18 Monate an.

Übernimmt die Krankenkasse die Eigenbluttherapie am Knie?

Private Kassen übernehmen die Kosten in der Regel. Für gesetzlich Versicherte ist es eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Auf Wunsch erhalten Sie vorab einen transparenten Kostenvoranschlag nach GOÄ.

Ist die Eigenbluttherapie eine Alternative zur Knie-OP?

Bei leichter bis mittelschwerer Arthrose kann sie den Operationszeitpunkt deutlich hinauszögern oder eine OP ganz vermeiden. Bei weit fortgeschrittener Arthrose (Grad IV) ersetzt sie jedoch keinen Gelenkersatz.

Kann ich nach der Spritze direkt wieder Sport machen?

In den ersten 24–48 Stunden sollten Sie intensives Training, Sauna und Alkohol meiden. Moderate Bewegung wie Spazierengehen ist sofort möglich. Sport in gewohnter Intensität meist nach 2-3  Tagen.

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