Sprunggelenk + Achillessehne

Achillessehne: Behandlung bei Achillodynie und Achillessehnenriss in Köln

Hinter „Achillessehne tut weh“ stecken zwei völlig verschiedene Situationen, die auch völlig verschieden behandelt werden. Die eine schleicht sich über Wochen an und beginnt mit einem steifen, schmerzhaften ersten Schritt am Morgen. Die andere ist ein Ereignis: ein Knall, ein stechender Schmerz, danach geht das Abrollen nicht mehr. Diese Seite ist so aufgebaut, dass Sie schnell bei Ihrem Fall landen. Es ist plötzlich passiert, beim Antritt oder Absprung, mit hörbarem Knall: Dann geht es um den Verdacht auf einen Achillessehnenriss – Fuß nicht weiter belasten, zeitnah untersuchen lassen. Es hat sich langsam entwickelt, mit Anlaufschmerz und Druckschmerz an Sehne oder Ferse: Dann geht es um eine Achillodynie, also eine Überlastungsreizung – behandelt wird vor allem mit gezieltem Krafttraining.

Verdacht auf Achillessehnenriss: was jetzt zählt

Ein Achillessehnenriss tritt fast immer plötzlich auf: bei einem Sprint, einem Antritt oder einem kräftigen Absprung. Typisch sind ein stechender Schmerz im Fersenbereich und ein lautes Knallen; viele Betroffene beschreiben das Gefühl, von hinten getreten worden zu sein. Danach lässt sich der Fuß nicht mehr wie gewohnt abrollen, und der Zehenspitzenstand auf dem betroffenen Bein gelingt nicht mehr.

Belasten Sie den Fuß nicht weiter und lassen Sie den Verdacht zeitnah untersuchen. Eine verspätet erkannte Ruptur kann mit verlängerter Sehne zusammenwachsen und eine bleibende Kraftminderung hinterlassen.

Akut und ohne Termin: Für frische Verletzungen und akute starke Schmerzen halten wir eine Akutsprechstunde ohne Termin vor – auch für gesetzlich Versicherte. Die Zeitfenster sind begrenzt, rufen Sie deshalb kurz an unter 0221 95587870, dann sagen wir Ihnen, wann Sie am besten kommen.

Operation oder Spezialschuh: was die Daten hergeben

Für den Achillessehnenriss gibt es zwei etablierte Wege: die operative Naht der Sehne oder eine konservativ-funktionelle Behandlung in einem Spezialschuh, in dem der Fuß zunächst in Spitzfußstellung gehalten wird. Die Gesamtevidenz zeigt kein klares Übergewicht für eine der beiden Seiten. In einer Auswertung von 29 Studien mit über 15.000 Patienten trat nach Operation seltener ein erneuter Riss auf (2,3 gegenüber 3,9 Prozent), dafür gab es mehr Komplikationen (4,9 gegenüber 1,6 Prozent). Bei früher funktioneller Nachbehandlung war der Unterschied bei den erneuten Rissen nicht mehr statistisch bedeutsam (Ochen et al., BMJ 2019).

Übersetzt heißt das: Eine Operation ist bei einem Achillessehnenriss nicht automatisch erforderlich. Welcher Weg besser passt, hängt vom Ultraschallbefund, von Alter, sportlichem Anspruch und Begleiterkrankungen ab – und davon, welches Risiko Sie eher tragen möchten: das etwas höhere Rerupturrisiko oder das höhere Komplikationsrisiko. Reruptur bedeutet, dass die Sehne erneut reißt.

Wie lange es nach einem Riss dauert

Die Sehne ist über Wochen geschützt, zunächst im Spezialschuh, dann mit schrittweisem Belastungsaufbau und Physiotherapie. Bis zur Rückkehr in Sportarten mit Sprüngen und Antritten vergehen in der Regel mehrere Monate – unabhängig davon, ob operiert wurde oder nicht. Wie der Weg zurück aussieht, beschreibt unser Ratgeber Nach dem Riss zurück in den Sport.

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Achillodynie: die schleichende Reizung

Die Achillodynie (auch Achillessehnenentzündung oder Tendinopathie genannt) ist eine schmerzhafte Reizung durch Überlastung. Betroffen ist entweder der mittlere Teil der Sehne oder ihr Ansatz am Fersenbein. Typisch sind:

  • Anlaufschmerz morgens oder nach längerem Sitzen, der sich beim Gehen zunächst bessert
  • Schmerzen an Sehne oder Ferse nach intensiver Belastung, oft brennend oder ziehend
  • Schwellung, Verdickung und Druckschmerz an der Sehne
  • bei Beteiligung des Sehnenansatzes Schmerzen direkt an der Ferse, oft verstärkt durch den Druck der Schuhkappe

Ursache ist meist ein zu schneller Trainingsaufbau beim Laufen, viele Sprünge, ungewohnte Bergläufe oder Intervalltraining. Dazu kommen ungeeignetes Schuhwerk, eine verkürzte oder schwache Wadenmuskulatur und zu wenig Regeneration. Am Sehnenansatz kann eine knöcherne Besonderheit des Fersenbeins, die Haglund-Exostose, Sehne und Schleimbeutel dauerhaft reizen. Den Übergang von der ersten Reizung bis zum Riss beschreibt unser Ratgeber Achillessehne: von der Reizung bis zum akuten Riss.

Das Kräftigungsprogramm: die Behandlung mit der besten Beleglage

Am besten belegt ist bei der Achillodynie nicht Schonung, sondern dosierte Belastung. Kern ist ein Kräftigungsprogramm für Wade und Achillessehne mit langsam bremsendem Fersenabsenken an einer Stufe – der Muskel arbeitet dabei bremsend, während er sich verlängert (exzentrisch). Geübt wird mit gestrecktem und mit leicht gebeugtem Knie, um beide Anteile der Wadenmuskulatur zu erreichen. Das klassische Programm umfasst drei Sätze zu 15 Wiederholungen, zweimal täglich, über zwölf Wochen. Ein mäßiger Schmerz während der Übung ist dabei erlaubt; er darf am Folgetag nicht zunehmen.

Diese Zahlen stammen aus der Studie, die das Verfahren etabliert hat: In einer frühen schwedischen Untersuchung konnten alle 15 Freizeitsportler mit chronischen Beschwerden nach zwölf Wochen exzentrischem Wadentraining wieder voll laufen, während die konventionell behandelte Vergleichsgruppe schließlich operiert wurde (Alfredson et al., Am J Sports Med 1998). Die Studie war klein, das Prinzip hat sich seitdem aber durchgesetzt. Wir passen das Programm an Ihren Befund an und kontrollieren den Verlauf – die genaue Ausführung zeigen wir Ihnen in der Sprechstunde, weil Technik und Dosierung hier über den Erfolg entscheiden.

Belastung anpassen, nicht einstellen

Reizende Belastungen wie Sprünge, Sprints und Bergläufe reduzieren wir vorübergehend. Radfahren und Schwimmen sind meist weiter möglich. Komplette Ruhe ist dagegen nicht das Ziel: Eine Sehne wird durch Nichtstun nicht belastbarer.

Stoßwellentherapie

Bei chronischen Achillessehnenbeschwerden kann die Stoßwellentherapie ergänzend eingesetzt werden. Die Studienlage dazu ist gemischt: Sie gilt als mögliche Ergänzung zum Trainingsprogramm, nicht als Ersatz dafür. Für gesetzlich Versicherte ist sie an der Achillessehne eine Selbstzahlerleistung (siehe Abschnitt Kosten).

Eigenbluttherapie: hier ohne eindeutig belegten Zusatznutzen

Für die Eigenbluttherapie (ACP/PRP) an der Achillessehne ist die Datenlage überwiegend negativ. In einer placebokontrollierten Studie mit 54 Patienten brachte eine PRP-Injektion nach 24 Wochen keine zusätzliche Verbesserung gegenüber einer Kochsalz-Injektion (de Vos et al., JAMA 2010) – alle Patienten machten dabei zusätzlich das Wadentraining. Es gibt positive Einzelstudien, das Gesamtbild bleibt uneinheitlich. Wir setzen die Eigenbluttherapie (ACP/PRP) an der Achillessehne deshalb nur bei hartnäckigen Verläufen und ausschließlich ergänzend zum Training ein, nach einem offenen Gespräch über diese Datenlage und über die Kosten. Mehr dazu im Ratgeber Eigenbluttherapie an der Achillessehne.

Medikamente, Schuhe, Einlagen

Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen setzen wir nur kurzzeitig zur Schmerzlinderung ein; sie behandeln die Ursache nicht. Von wiederholten Kortison-Spritzen direkt an die Achillessehne raten wir ab, weil sie das Sehnengewebe schwächen können. Gut passende Schuhe mit stabiler Fersenkonstruktion entlasten die Sehne; bei Beschwerden am Sehnenansatz meiden Sie Schuhe mit drückender Fersenkappe.

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Wie wir die Diagnose stellen

  • Untersuchung: Wir tasten die Sehne ab, prüfen Schwellung, Beweglichkeit und Kraft und beurteilen Fußstellung und Wadenmuskulatur.
  • Thompson-Test: Beim Zusammendrücken der Wade bewegt sich der Fuß normalerweise nach unten. Bleibt das aus, spricht es für einen vollständigen Riss.
  • Ultraschall: zeigt Verdickungen, Strukturveränderungen und Risse und unterscheidet Riss und Reizung zuverlässig – ohne Wartezeit, direkt in der Sprechstunde.
  • 3D-Röntgen (DVT): Bei Schmerzen am Sehnenansatz suchen wir mit der digitalen Volumentomographie nach knöchernen Veränderungen wie einer Haglund-Exostose.
  • MRT: zur genauen Beurteilung eines Sehnenschadens oder vor einer Operation.

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Wann bei chronischer Achillodynie operiert wird

Eine Operation kommt erst in Betracht, wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über viele Monate bestehen bleiben – etwa zur Abtragung einer Haglund-Exostose oder zur Entfernung von geschädigtem Sehnengewebe. „Konsequent“ heißt dabei: das Trainingsprogramm über die vollen zwölf Wochen, nicht drei Wochen mit Pausen. Risiken der Operation sind unter anderem Wundheilungsstörungen und Infektionen; die Heilung an dieser Stelle braucht Zeit.

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Kosten und Kassenleistung

Wir behandeln gesetzlich und privat Versicherte. Untersuchung, Ultraschall, DVT oder MRT bei Indikation, Physiotherapie auf Verordnung, Ruhigstellung und eine medizinisch notwendige Operation sind Kassenleistungen. Privat Versicherte rechnen wir nach GOÄ ab, die Erstattung richtet sich nach Ihrem Tarif.

Selbst zahlen gesetzlich Versicherte die Leistungen außerhalb der Regelversorgung. Wovon die Höhe abhängt, benennen wir offen: von der Zahl der Sitzungen, vom Umfang der Leistung, bei der Bildgebung von der Zahl der untersuchten Regionen und bei privat Versicherten zusätzlich vom Steigerungssatz nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Den voraussichtlichen Kostenumfang besprechen wir vor Behandlungsbeginn und halten ihn schriftlich fest, bevor Sie sich entscheiden.

  • Stoßwellentherapie:Für gesetzlich Versicherte ist sie hier eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Die Kosten richten sich nach der Zahl der Sitzungen.
  • Eigenbluttherapie (ACP/PRP): 150 bis 250 Euro pro Sitzung, 450 bis 750 Euro für eine Serie von drei Sitzungen, abgerechnet nach GOÄ. Für gesetzlich Versicherte eine Selbstzahlerleistung (IGeL); private Krankenversicherungen und Beihilfe erstatten je nach Tarif und dokumentierter Indikation. Dieser Betrag gibt den Preisstand der bisherigen Website wieder.

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Wenn der Schmerz nicht von der Achillessehne kommt

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Termin in Köln

Unsere Praxis liegt in der Riehler Str. 36, 50668 Köln, im Agnesviertel in der Neustadt-Nord, wenige Minuten vom Ebertplatz entfernt. Mit Bus und Bahn fahren Sie bis zur KVB-Haltestelle Ebertplatz, mit dem Auto erreichen Sie das Parkhaus über die Einfahrt in der Wörthstraße. Zu uns kommen Läuferinnen und Läufer aus der Kölner Innenstadt, aus Nippes, Riehl, Ehrenfeld, Deutz und Mülheim, ebenso aus Leverkusen, Bergisch Gladbach, Pulheim, Frechen, Hürth, Brühl, Dormagen und Bonn.

Die konservative Behandlung übernimmt bei uns Dr. med. Andreas Schuler, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt konservative Orthopädie und Sportverletzungen. Steht eine Operation im Raum, berät Sie Dr. med. Christian Fluck, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, FIFA Diploma in Football Medicine.

Termin vereinbaren: online über Doctolib oder telefonisch unter 0221 95587870. Bringen Sie vorhandene Befunde und, wenn möglich, Ihre Laufschuhe mit. Eine Überweisung brauchen Sie nicht.

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Häufige Fragen

Wie bekomme ich Schmerzen in der Achillessehne weg?

Bei einer Überlastungsreizung durch dosierte Belastung statt Schonung: ein Kräftigungsprogramm für die Wade mit langsam bremsendem Fersenabsenken, über mehrere Wochen konsequent durchgeführt, dazu eine vorübergehende Anpassung von Umfang und Intensität im Training.

Wie lange dauert es, bis eine Achillessehne verheilt ist?

Eine frische Reizung kann sich in einigen Wochen beruhigen. Chronische Beschwerden brauchen meist rund drei Monate konsequentes Training, manchmal länger. Nach einem Riss vergehen bis zur vollen Sportfähigkeit in der Regel mehrere Monate.

Warum brennt die Achillessehne?

Ein brennendes oder ziehendes Gefühl ist bei einer Tendinopathie typisch und entsteht durch den Umbau des Sehnengewebes mit Einsprossung feiner Gefäße und Nervenfasern. Es ist kein Zeichen einer bakteriellen Entzündung und kein Grund für ein Antibiotikum.

Woran erkenne ich einen Achillessehnenriss?

An einem plötzlichen stechenden Schmerz an der Ferse, oft mit hörbarem Knall, und daran, dass der Zehenspitzenstand auf dem betroffenen Bein nicht mehr gelingt. Lassen Sie den Verdacht zeitnah untersuchen.

Muss ein Achillessehnenriss operiert werden?

Nicht zwingend. Operation und funktionelle Behandlung im Spezialschuh sind beide etabliert und führen zu vergleichbaren Ergebnissen mit unterschiedlichem Risikoprofil. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam nach Ultraschallbefund, Alter und sportlichem Anspruch.

Darf ich mit einer gereizten Achillessehne laufen?

Oft ja, wenn Sie Umfang und Tempo reduzieren und der Schmerz während und am Tag nach dem Laufen gering bleibt und nicht zunimmt. Sprünge, Sprints und Bergläufe meiden Sie vorübergehend.

Zahlt die Krankenkasse die Behandlung der Achillessehne?

Diagnostik, Physiotherapie, Ruhigstellung und notwendige Operationen zahlen gesetzliche und private Krankenversicherung. Stoßwellen- und Eigenbluttherapie zahlen gesetzlich Versicherte an der Achillessehne selbst.

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Termin in Köln: online über Doctolib oder telefonisch unter 0221 95587870. Sprechzeiten: Mo, Di, Do 8–18 Uhr, Mi, Fr 8–13 Uhr.

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