Was ist die Digitale Volumentomographie?
Bei der DVT rotiert eine Röntgenröhre einmal um die zu untersuchende Körperregion. Ein kegelförmiger Röntgenstrahl durchleuchtet das Gewebe, ein digitaler Detektor zeichnet dabei hunderte Einzelaufnahmen auf. Ein Computer rekonstruiert daraus binnen Sekunden ein dreidimensionales Modell, das von allen Seiten betrachtet und digital geschnitten werden kann.
Im Unterschied zum klassischen Röntgen, das zwei überlagerte Ebenen liefert, und zum CT, das Schnittbilder des gesamten Körperabschnitts erstellt, ist die DVT auf kleinere Regionen spezialisiert: Hand, Handgelenk, Ellenbogen, Fuß, Sprunggelenk, Halswirbelsäule. Dort liefert sie eine Auflösung, die in vielen Fällen sogar über der eines herkömmlichen CTs liegt – bei einer deutlich geringeren Strahlendosis.
DVT vs. CT vs. klassisches Röntgen – der direkte Vergleich
Wann ist eine DVT sinnvoll?
Handgelenk und Finger
- Kahnbeinfraktur (Skaphoidfraktur): Im Röntgen häufig unsichtbar, in der DVT eindeutig – entscheidend, weil unentdeckte Kahnbeinbrüche zur Pseudarthrose führen können.
- Gelenkstufen und Arthrose der kleinen Handgelenke: Besser darstellbar als im MRT.
- Loser Körper und kleinste Absprengungen: Entscheidend für die OP-Planung.
Fuß und Sprunggelenk
- Fußwurzelverletzungen (Lisfranc-Region): Subtile Verschiebungen werden erst im 3D-Bild erkannt – häufig nach Umknicktrauma oder Stürzen.
- Kalkaneusfrakturen: Detaillierte 3D-Darstellung für die Operationsplanung.
- Stressfrakturen: Haarrisse bei Läufern, Soldaten und Balletttänzern – im klassischen Röntgen oft unsichtbar.
- Osteochondrosis dissecans am Sprungbein: Exaktes Ausmaß eines Knorpel-Knochen-Defekts.
Ellenbogen
- Komplexe Trümmerbrüche: 3D-Rekonstruktion zur Operationsplanung.
- Loser Körper bei aktiven Sportlern: Genaue Lokalisation vor einer Arthroskopie.
- Persistierende Schmerzen nach Stürzen: Abklärung feiner knöcherner Läsionen.
Halswirbelsäule
- Kleine Wirbelgelenke und Uncovertebralgelenke: Besser beurteilbar als im Röntgen.
- Kopfgelenksbeschwerden: 3D-Darstellung bei anatomischen Varianten.
- Verdacht auf Mikrofraktur: Nach Sport- oder Reitunfällen.
Strahlenbelastung und Sicherheit
Die effektive Strahlendosis einer orthopädischen DVT liegt abhängig von Region und Gerät bei ca. 0,05–0,1 Millisievert (mSv). Zum Vergleich:
- Natürliche jährliche Strahlendosis in Deutschland: ca. 2,0 mSv
- Ein Transatlantikflug: ca. 0,05 mSv
- Klassisches Röntgen eines Fußes: ca. 0,001–0,01 mSv
- CT des Beckens: ca. 5–10 mSv
Die DVT ist damit eine der strahlungsärmsten Schnittbild-Techniken, die bei knöchernen Fragestellungen eine gleichwertige oder bessere Auflösung als ein klassisches CT liefert.
Ablauf der DVT-Untersuchung in unserer Praxis
- Vorbesprechung: Ihre Symptome und Vorbefunde werden besprochen, der Untersuchungsbereich festgelegt.
- Lagerung: Sie nehmen im DVT-Gerät Platz – der Scan erfolgt je nach Region im Sitzen oder Stehen.
- Scan: Die Aufnahme dauert nur ca. 20 Sekunden. Während des Scans halten Sie die Region möglichst ruhig.
- Sofort-Auswertung: Die 3D-Rekonstruktion ist binnen Minuten verfügbar – wir besprechen den Befund direkt mit Ihnen.
- Therapieplanung: Je nach Befund leiten wir die nächsten Schritte ab: Ruhigstellung, Injektion, Physiotherapie oder Operation.
Gesamtdauer inkl. Besprechung: 15–20 Minuten.
Was kostet eine DVT in Köln?
Bei klarer medizinischer Indikation wird die DVT von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen in der Regel übernommen. Als reine Vorsorgeleistung ohne konkrete Indikation ist sie eine IGeL-Leistung und wird nach GOÄ abgerechnet (in der Regel 70–150 Euro je Region). Den genauen Kostenrahmen besprechen wir vor der Untersuchung.
Vorteile der DVT auf einen Blick
- Hochauflösende 3D-Bilder von Knochen und Gelenken
- Deutlich geringere Strahlendosis als ein klassisches CT
- Sofort in der Praxis verfügbar – kein zusätzlicher Termin in der Radiologie nötig
- Besonders geeignet für kleine, komplexe Gelenke (Hand, Fuß, Ellenbogen, HWS)
- Kurzer Scan von nur ca. 20 Sekunden
- Ideale Ergänzung zu Ultraschall und MRT
FAQ – Häufige Fragen zur DVT
Ist eine DVT dasselbe wie ein CT?
Nein. Beide Verfahren liefern 3D-Bilder, nutzen aber unterschiedliche Technik. Die DVT arbeitet mit einem kegelförmigen Röntgenstrahl und ist auf kleinere Regionen spezialisiert – dort mit geringerer Strahlendosis und gleichwertiger bis besserer Auflösung.
Wie lange dauert eine DVT?
Der Scan selbst dauert etwa 20 Sekunden. Mit Lagerung und Besprechung planen Sie 15–20 Minuten ein.
Übernimmt die Krankenkasse eine DVT?
Bei medizinischer Indikation in der Regel ja – sowohl gesetzlich als auch privat. Ohne Indikation ist die DVT eine Selbstzahlerleistung.
Ist die DVT in der Schwangerschaft erlaubt?
Jede Form der Röntgenbildgebung – auch die strahlungsarme DVT – wird in der Schwangerschaft nach Möglichkeit vermieden. Alternativen wie Ultraschall oder MRT werden bevorzugt.
Warum DVT statt MRT?
DVT und MRT beantworten unterschiedliche Fragen. Die DVT zeigt Knochen- und Gelenkstrukturen in höchster Auflösung, das MRT stellt Weichteile wie Bänder, Sehnen und Knorpel dar. Oft ergänzen sich beide Verfahren sinnvoll.
Ist die DVT schmerzhaft?
Nein. Sie bemerken keine Wärme, kein Kribbeln, keine Injektion. Sie spüren lediglich die Lagerung der Körperregion im Gerät.
Muss ich für eine DVT Kontrastmittel einnehmen?
Nein. Die DVT benötigt kein Kontrastmittel – das ist ein weiterer Vorteil gegenüber vielen CT-Untersuchungen.
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