Wirbelsäulenbeschwerden – Foramenstenose, Osteochondrose und Spondylarthrose verständlich erklärt

Rücken- und Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden in Deutschland. In MRT- oder CT-Befunden tauchen dabei häufig Begriffe wie Foramenstenose, Osteochondrose oder Spondylarthrose auf. Für viele Patientinnen und Patienten wirken diese Diagnosen zunächst beunruhigend, obwohl sie häufig altersbedingte oder degenerative Veränderungen beschreiben.Dieser Artikel erklärt die wichtigsten degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule verständlich, zeigt die Zusammenhänge auf und ordnet ein, wann eine Behandlung notwendig ist – und wann nicht.

Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule – was bedeutet das?

Die Wirbelsäule ist ein hochkomplexes System aus Bandscheiben, Wirbelkörpern, kleinen Wirbelgelenken, Bändern und Nervenstrukturen. Im Laufe des Lebens unterliegt dieses System natürlichen Verschleißprozessen. Diese Veränderungen werden medizinisch als degenerativ bezeichnet.

Laut der Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz sind degenerative Veränderungen der Wirbelsäule in bildgebenden Verfahren sehr häufig – auch bei beschwerdefreien Menschen. Entscheidend ist daher nicht allein der MRT-Befund, sondern immer die klinische Symptomatik.

Zu den häufigsten degenerativen Diagnosen gehören die Osteochondrose, die Spondylarthrose und die Foramenstenose. Diese treten oft gemeinsam auf und sind Ausdruck desselben Verschleißprozesses.

Osteochondrose – Verschleiß der Bandscheiben

Was passiert bei einer Osteochondrose?

Die Osteochondrose der Wirbelsäule beschreibt einen degenerativen Prozess der Bandscheiben mit begleitenden Veränderungen an den angrenzenden Wirbelkörpern. Die Bandscheiben verlieren im Laufe der Zeit an Wassergehalt und Elastizität. Dadurch nimmt ihre Stoßdämpferfunktion ab.

Die Folge ist eine Höhenminderung der Bandscheibe. Dadurch verändert sich die Belastungsverteilung innerhalb der Wirbelsäule, was zu knöchernen Umbauten an den Wirbelkörpern führen kann.

Wo tritt die Osteochondrose besonders häufig auf?

Am häufigsten betroffen sind die Lendenwirbelsäule (LWS) und die Halswirbelsäule (HWS), da diese Abschnitte besonders beweglich und belastet sind. Beschwerden äußern sich häufig als chronische Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen, die sich bei Belastung verstärken können.

Wichtig ist: Eine Osteochondrose im MRT bedeutet nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Viele Veränderungen sind altersphysiologisch.

Spondylarthrose – Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke

Welche Funktion haben die Facettengelenke?

Die kleinen Wirbelgelenke, auch Facettengelenke genannt, stabilisieren die Wirbelsäule und steuern ihre Beweglichkeit. Wenn die Bandscheiben durch Osteochondrose an Höhe verlieren, werden diese Gelenke stärker belastet.

Wie entsteht eine Spondylarthrose?

Die chronische Mehrbelastung führt zu einem Verschleiß der Gelenkflächen. Dieser Prozess wird als Spondylarthrose bezeichnet. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen, morgendliche Steifigkeit und lokale Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte.

Osteochondrose und Spondylarthrose treten häufig gemeinsam auf, da sie mechanisch miteinander verknüpft sind.

Foramenstenose – wenn Nerven eingeengt werden

Was ist eine Foramenstenose?

Die Foramenstenose beschreibt eine Einengung der Nervenaustrittsöffnungen, den sogenannten Neuroforamina. Durch degenerative Veränderungen wie Bandscheibenhöhenverlust, knöcherne Anbauten oder verdickte Gelenkstrukturen kann der Raum für die Nervenwurzeln kleiner werden.

Welche Symptome verursacht eine Foramenstenose?

Typisch sind ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine, abhängig davon, ob die Hals- oder Lendenwirbelsäule betroffen ist. Zusätzlich können Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Kraftminderungen auftreten. Die Beschwerden sind häufig belastungsabhängig.

Eine Foramenstenose entsteht oft als Spätfolge einer Osteochondrose und Spondylarthrose. Nicht jede radiologisch sichtbare Einengung führt jedoch zwangsläufig zu Symptomen.

Der Zusammenhang zwischen Osteochondrose, Spondylarthrose und Foramenstenose

In vielen Befunden finden sich kombinierte Diagnosen wie „Osteochondrose und Spondylarthrose mit Foramenstenose“. Dabei handelt es sich nicht um drei voneinander unabhängige Erkrankungen, sondern um unterschiedliche Ausdrucksformen desselben degenerativen Prozesses.

Typischer Verlauf ist zunächst der Bandscheibenverschleiß, der zu einer veränderten Belastungsverteilung führt. Dadurch entstehen Gelenkverschleißprozesse. In späteren Stadien kann es durch knöcherne Umbauten oder Bandscheibenvorwölbungen zu einer Einengung von Nervenstrukturen kommen.

Entscheidend für die Therapieplanung ist immer die Frage: Korrelieren die bildgebenden Veränderungen mit den Beschwerden?

Wann sollten Wirbelsäulenbeschwerden orthopädisch abgeklärt werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Schmerzen länger anhalten, in Arme oder Beine ausstrahlen oder neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle oder Kraftverlust auftreten.

Warnzeichen, die eine zeitnahe Abklärung erfordern, sind zunehmende Lähmungserscheinungen, ausgeprägte Sensibilitätsstörungen oder eine rasche Verschlechterung der Beschwerden. In solchen Fällen sollte unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die Diagnostik umfasst in der Regel eine klinische Untersuchung und – bei entsprechender Indikation – eine bildgebende Abklärung.

Therapie degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen

Die meisten degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen werden konservativ behandelt. Laut evidenzbasierten Leitlinien stehen Bewegungstherapie, gezielter Muskelaufbau, Schmerztherapie und physiotherapeutische Maßnahmen im Vordergrund.

Die kombinierte Stosswellentherapie (ESWT) und die oszillierende Magnetfeldtherapie (EMTT) können hochwirksam die Heilung fördern. 

Eine Operation ist nur in ausgewählten Fällen erforderlich, etwa bei therapierefraktären Schmerzen oder ausgeprägten neurologischen Defiziten.

Wichtig ist eine individuelle Bewertung. Nicht jeder MRT-Befund erfordert eine invasive Therapie. Detaillierte Informationen zu unseren Therapien finden Sie hier.

Fazit – Bildbefund und Beschwerden richtig einordnen

Foramenstenose, Osteochondrose und Spondylarthrose beschreiben häufige degenerative Veränderungen der Wirbelsäule. Sie treten oft gemeinsam auf und sind Teil eines natürlichen Alterungsprozesses.

Entscheidend ist nicht allein der radiologische Befund, sondern die klinische Symptomatik. Viele Veränderungen sind altersbedingt und verursachen keine Beschwerden.

Wenn Sie unter anhaltenden Rücken- oder Nackenschmerzen leiden oder unsicher sind, wie Ihr MRT-Befund einzuordnen ist, sollte eine fachorthopädische Untersuchung erfolgen. Eine präzise klinische Beurteilung hilft, relevante Befunde von Zufallsbefunden zu unterscheiden und eine individuell passende Therapie zu planen. Buchen Sie direkt online einen Termin.

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