Was ist eine Coxarthrose?
Bei der Coxarthrose verschleißt der Knorpel des Hüftgelenks zwischen Hüftkopf (Caput femoris) und Pfanne (Acetabulum). Der Verschleiß läuft schrittweise ab — vom feinen Anrauen über die Verschmälerung des Gelenkspalts bis zum vollständigen Knorpelverlust mit Knochen-auf-Knochen-Kontakt.
Die Ursachen sind vielfältig:
- Primäre Coxarthrose — altersbedingter Verschleiß ohne klare Ursache
- Sekundäre Coxarthrose — als Folge anderer Erkrankungen oder Fehlbildungen
- Hüftdysplasie als häufige Ursache der sekundären Form
- Femoroacetabuläres Impingement (FAI) bei jüngeren Patientinnen und Patienten
- Z. n. Hüftkopfnekrose
- Posttraumatische Coxarthrose nach Unfällen
Symptome — die Hüftarthrose entwickelt sich oft schleichend
- Leistenschmerz, gelegentlich ins Knie ausstrahlend
- Anlaufschmerz nach Ruhe — beim Aufstehen, nach längerem Sitzen
- Einschränkung der Innenrotation als Frühzeichen — Schwierigkeit beim Schuhebinden
- Hinken nach längerer Belastung
- Schlafstörungen durch nächtlichen Schmerz beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Im fortgeschrittenen Stadium: Ruheschmerz und reduzierte Gehstrecke
Diagnose in unserer Praxis
- Anamnese: Schmerzcharakter, Belastungsabhängigkeit, Verlauf, Familienanamnese
- Klinische Untersuchung mit Bewegungsumfang, Innenrotationsprüfung, Hinken-Beurteilung
- Spezielle Provokationstests: FABER-Test, FADIR-Test (Impingement-Tests)
- Röntgen in zwei Ebenen — Goldstandard für die Beurteilung der Coxarthrose-Stadien
- MRT bei Verdacht auf zusätzliche Schäden, Hüftkopfnekrose oder bei jüngeren Patientinnen und Patienten
Konservative Therapie
- Bewegungstherapie — Radfahren, Schwimmen, Wassergymnastik, gezielte Hüftgymnastik
- Gewichtsreduktion — jedes Kilo weniger entlastet die Hüfte um das 3- bis 4-Fache
- Krankengymnastik — Mobilisation der Hüftbeweglichkeit, Kräftigung der Glutealmuskulatur
- Manualtherapie und Osteopathie — ergänzend
- Hyaluronsäure-Injektion — bei moderater Arthrose, ggf. unter Bildkontrolle
- Eigenplasma-Therapie (ACP/PRP) — bei früher Arthrose
- Stoßwellentherapie — bei begleitender Hüfttrochanter-Tendinopathie
- NSAR — kurzfristig in entzündlichen Schüben
- Gehhilfen — Wanderstock auf der Gegenseite reduziert Hüftbelastung um bis zu 30 %
Wann ist eine Hüftprothese sinnvoll?
Eine Hüftprothese (Hüft-TEP) kommt in Betracht bei:
- Anhaltenden starken Schmerzen trotz konsequenter konservativer Therapie über mindestens 6 Monate
- Deutlich eingeschränkter Lebensqualität durch Schmerzen oder Bewegungseinschränkung
- Ruheschmerz und Nachtschmerz
- Reduzierter Gehstrecke und Alltagsbeschränkungen
Die Hüftprothese ist heute einer der erfolgreichsten orthopädischen Eingriffe — mit über 95 % Patientenzufriedenheit nach 10 Jahren und einer durchschnittlichen Standzeit moderner Prothesen über 20 Jahre.
Übungen für eine gesunde Hüfte
Diese Übungen mobilisieren und kräftigen die Hüftmuskulatur. Bitte erst nach ärztlicher Abklärung beginnen:
- Hüftheben in Seitlage: Seitlage, oberes Bein gestreckt 20 cm anheben, 5 Sekunden halten. 3 × 15 pro Seite.
- Brücke: Rückenlage, Füße aufgestellt, Hüfte heben und 5 Sekunden halten. 3 × 12.
- Knie zur Brust: Rückenlage, ein Knie sanft zur Brust ziehen, 20 Sekunden halten. 5 pro Seite.
- Radfahren auf dem Ergometer: 20 Minuten täglich gelenkschonend.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Sport ist bei Hüftarthrose erlaubt?
Gelenkschonende Sportarten wie Radfahren (vor allem mit hoher Trittfrequenz), Schwimmen, Aquagymnastik, Walken und gezieltes Krafttraining. Vermeiden sollten Sie Sportarten mit hohen Stoßbelastungen — Joggen, Squash, Tennis bei fortgeschrittener Arthrose.
Wie lange wirkt eine Hyaluronsäure-Spritze in der Hüfte?
Die schmerzlindernde Wirkung setzt nach 2 bis 4 Wochen ein und hält je nach Stadium 6 bis 12 Monate. Bei guter Wirkung lohnt sich die jährliche Wiederholung.
Wann muss eine Hüftprothese her?
Wenn anhaltende starke Schmerzen trotz mindestens 6 Monate konservativer Therapie die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, der Schlaf gestört ist und die Gehstrecke reduziert. Eine Hüftprothese ist heute ein bewährter Eingriff mit hervorragender Erfolgsbilanz.
Strahlt eine Hüftarthrose ins Knie aus?
Ja, das ist ein klassisches Phänomen. Schmerzen einer Hüftarthrose können in das Knie projiziert werden — und manche Patientinnen und Patienten kommen primär mit Knieschmerzen, obwohl die eigentliche Ursache in der Hüfte liegt. Eine sorgfältige Untersuchung beider Gelenke ist deshalb wichtig.
Kann sich Hüftknorpel regenerieren?
Hyalin-Knorpel hat eine sehr begrenzte Selbstheilung. Verfahren wie ACP/PRP können die Knorpelqualität in frühen Stadien stabilisieren, eine echte Regeneration eines bereits zerstörten Knorpels ist mit aktuellen Methoden aber nicht möglich.
Termin in unserer Praxis in Köln-Niehl vereinbaren
Sie spüren einen zunehmenden Leistenschmerz, hinken nach längerem Gehen oder haben Schwierigkeiten beim Schuhebinden? Eine frühzeitige orthopädische Abklärung ermöglicht die größte Bandbreite konservativer Therapien — und verschiebt eine eventuelle Operation oft um viele Jahre. Vereinbaren Sie unkompliziert einen Termin in unserer Praxis am Reichensperger Platz — wir untersuchen Sie klinisch und beurteilen Ihre Röntgenbilder mit Ihnen zusammen.