Was ist eine Coxarthrose?
Coxarthrose bezeichnet den degenerativen Verschleiß des Hüftgelenks – genauer: den Abbau des Gelenkknorpels, der die Oberflächen von Hüftkopf und Hüftpfanne überzieht. Dieser Knorpel hat keine eigene Blutversorgung und regeneriert sich kaum, wenn er einmal beschädigt ist. Mit zunehmendem Knorpelverlust reiben Knochen auf Knochen, es bilden sich Knochenanbauten an den Gelenkrändern (Osteophyten) und das Gelenk verliert seine Beweglichkeit und Stoßdämpferfunktion.
Coxarthrose ist eine der häufigsten orthopädischen Diagnosen überhaupt – besonders ab dem 50. Lebensjahr. Begünstigend wirken neben dem Alter auch Übergewicht, frühere Hüftverletzungen oder -entzündungen, angeborene Hüftfehlstellungen, intensiver Leistungssport in der Jugend sowie eine genetische Veranlagung zu Gelenkerkrankungen.
Arthrose Hüfte Symptome – so äußert sich die Coxarthrose
Der charakteristische Anlaufschmerz der Hüfte
Das früheste und häufigste Symptom einer Hüftarthrose ist der Anlaufschmerz: ein Schmerz, der nach Ruhephasen – also morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen – beim ersten Bewegen des Gelenks auftritt und sich nach ein bis zwei Minuten Bewegung wieder legt. Dieser Anlaufschmerz ist kein Zeichen von Überlastung, sondern Ausdruck der Entzündungsreaktion im Gelenk, die in der Ruhephase zunimmt und durch Bewegung wieder abklingt.
Schmerzen im Hüftgelenk – wo genau sitzen sie?
Hüftgelenkschmerzen sitzen charakteristischerweise tief in der Leiste – so tief, dass viele Betroffene zunächst an ein Leistenproblem denken. Der Schmerz kann in den vorderen Oberschenkel, das Knie oder das Gesäß ausstrahlen. Schmerzen in der äußeren Hüfte – also direkt über dem Oberschenkelknochen – stammen dagegen häufig nicht aus dem Hüftgelenk selbst, sondern aus dem Schleimbeutel oder den Sehnenansätzen an der Außenseite (Bursitis trochanterica oder Glutealsehnenproblematik).
Wie entwickelt sich die Coxarthrose im Verlauf?
In frühen Stadien sind die Beschwerden auf den Anlaufschmerz und gelegentliche Leistenschmerzen nach ungewohnter Belastung beschränkt. Mit fortschreitendem Verschleiß wird der Schmerz konstanter, tritt auch in Ruhe und nachts auf und ist mit einer zunehmenden Einschränkung der Beweglichkeit verbunden. Besonders die Innenrotation – also das Eindrehen des Beins – und das Abspreizen des Beins nach außen werden früh eingeschränkt. Typisch ist außerdem eine sogenannte Schonhaltung, bei der das Bein leicht nach außen rotiert gehalten wird, was auf Dauer zu einer Verkürzung der Hüftbeuger führt. Detaillierte Informationen zur Coxarthrose finden Sie hier.
Diagnose – wie wird eine Hüftarthrose festgestellt?
Die klinische Untersuchung mit gezielten Bewegungstests ist der erste Schritt. Eingeschränkte Innenrotation, Schmerz bei bestimmten Provokationstests und ein typisches Beschwerdebild geben bereits klare Hinweise. Das Röntgenbild der Hüfte zeigt den Grad des Knorpelverlusts, Osteophyten und Veränderungen am Hüftkopf und an der Pfanne. Ein MRT ist zusätzlich sinnvoll, wenn der Verdacht auf ein begleitendes Labrumriss-Problem, eine Nekrose des Hüftkopfes oder andere strukturelle Veränderungen besteht, die im Röntgenbild nicht sichtbar sind.
Coxarthrose behandeln – was hilft wirklich?
Bewegung als wichtigste konservative Maßnahme
Die wichtigste Botschaft bei einer Hüftarthrose lautet: Bewegung ist Therapie, nicht Risiko. Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung verbessert die Ernährung des Restknorpels, stärkt die hüftstabilisierende Muskulatur und erhält die Beweglichkeit. Besonders geeignet sind Schwimmen, Aquagymnastik, Radfahren und zügiges Gehen auf ebenem Untergrund. Sportarten mit hohen Stoßbelastungen – wie Laufen auf Asphalt, Tennis oder Mannschaftssport mit Sprüngen – sollten im fortgeschrittenen Stadium reduziert oder durch gelenkschonende Alternativen ersetzt werden.
Physiotherapie und Kräftigung
Gezielte Kräftigung der Gesäßmuskulatur, der Hüftabduktoren und der Oberschenkelmuskulatur reduziert die Druckbelastung im Gelenk und verbessert die funktionelle Stabilität. Ein gut trainierter Muskelmantel kann den Knorpelabbau verlangsamen und die Schmerzen deutlich reduzieren – selbst bei röntgenologisch ausgeprägtem Befund.
Medikamente, Injektionen und weitere konservative Optionen
In akuten Schmerzphasen können entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac die Beschwerden lindern. Gezielte Injektionen ins Hüftgelenk – mit Kortison oder Hyaluronsäure – können ebenfalls eine temporäre Linderung bringen und die Lebensqualität in bestimmten Phasen verbessern. Die Eigenbluttherapie (PRP) gewinnt auch bei der Hüftarthrose zunehmend an Bedeutung, weil sie Wachstumsfaktoren direkt ins Gelenk bringt und so die verbliebenen Heilungsprozesse unterstützt.
Wann ist ein Hüftgelenkersatz sinnvoll?
Ein künstliches Hüftgelenk ist die Option, wenn alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, der Schmerz dauerhaft und schwer ist, die Mobilität stark eingeschränkt ist und die Lebensqualität erheblich leidet. Die Hüft-TEP (Totalendoprothese) ist einer der häufigsten und erfolgreichsten orthopädischen Eingriffe überhaupt – mit hoher Patientenzufriedenheit und einer Standzeit moderner Implantate von 15 bis 25 Jahren. Die Entscheidung dafür sollte aber immer in Ruhe, nach gründlicher Abwägung und ohne Zeitdruck getroffen werden.
Hüftschmerzen und Coxarthrose sind keine unausweichliche Einbahnstraße in die Immobilität. Mit der richtigen Kombination aus gezielter Bewegung, Physiotherapie und – wo nötig – medizinischen Maßnahmen lässt sich die Lebensqualität über lange Zeit erhalten. Je früher die Diagnose gestellt und die Therapie eingeleitet wird, desto mehr lässt sich erreichen, bevor ein Gelenkersatz notwendig wird.
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